Das Gesetz schreibt vor, wer, welche Ansprüche, zu welchem Zeitpunkt stellen darf.

Dies ist auch wichtig, damit kein Missbrauch und Missverständnis entsteht.

Allen Akteuren der Adoption muss dies Transparent offen dargelegt werden.


Leibliche Eltern

Der Bundesrat hat am 5. 11. 2016 eine Lockerung des Adoptionsgeheimnisses vorgeschlagen, welches am 1.1.2018 in Kraft trat. Dies entspricht dem Standard, der heutzutage in vielen Ländern Europas zu finden ist.

Art. 268b Abs. 2 E-ZGB - Den leiblichen Eltern soll es in Zukunft ermöglicht werden, ab dem Zeitpunkt der Volljährigkeit und mit Zustimmung des Adoptivkindes Informationen über seine Personalien zu erhalten.

Auch hier gilt, lehnt das Kind den persönlichen Kontakt ab, so ist die leibliche Mutter, resp. der leibliche Vater darüber zu  informieren und auf die Persönlichkeitsrechte des Kindes aufmerksam zu machen. 

Geschwister - Halbgeschwister

Art. 268b Abs. 3 E-ZGB - Zusätzlich soll nach neuem Recht auch den direkten Nachkommen der leiblichen Eltern dieses Recht zukommen.

Adoptiveltern

Neu kann ein Williges Adoptionspaar auf eine offene Adoption beharren. Das heißt, dass unter Umständen die leibliche Mutter, respektive der leibliche Vater bekannt sind und auf Wunsch aller Beteiligten ein Kontakt besteht.


Ich suche Dich
Ich suche Dich

Es braucht nicht nur den Willen seine Blutsverwandten kennen zu lernen, es braucht Mut, um diesen Schritt zu nehmen!

(Ehemalige) Adoptierte setzen sich mit der Frage nach ihrem Woher, früher oder später auseinander! Sie suchen Gemeinsamkeiten, Identifizieren sich. 

Leibliche Mütter, resp. Väter, möchten Gewissheit, dass es ihrem abgegebenen Kind bei der Adoptionsfamilie an nichts mangelte - Liebe, Geborgenheit und Gesundheit.

Heikles Thema

"Mein eigenes Schicksal und die Begleitung von Betroffenen, lernte mich, dass die Familienzusammenführung unendlich viel Zeit benötigt. Auch Zeit um zu sich selber zu finden. Adoptierte und leib. Eltern kämpfen mit Fakten und Erzähltem. Was ist, wen Mutter so gar nicht meinen Vorstellungen entspricht und die Geschwister trotz Kennenlernen fremd bleiben? Zudem kann ein Trauma, Machtlosigkeit, nicht Dazugehörigkeit entstehen. Es ist normal das Erwartungen, Freude, Zweifel, Abneigung und Schuldgefühle den Suchprozess begleiten. Mit der Situation und den Emotionen ist man allein gelassen. Was viele Suchende aus dem Gleichgewicht wirft.

Manchmal möchte man sich dabei mit Gleichgesinnten austauschen, anstatt sich von Fachleuten analysieren zu lassen. Wenden Sie sich an eine der Selbsthilhegruppe in ihrer nähe. 

 

Ich möchte Euch ermutigen, den Weg zu gehen - mit der Erkenntnis, ob positiv oder negativ, 

kommt die Erleichterung in den Alltag zurück und das Suchen und zu sich zu Finden hat ein Ende.

Lisa Brönnimann


  • Ein ehemaliges Adoptivkind weiss vielleicht nichts von der Adoption und kann mit Kenntnis den Boden unter den Füssen verlieren
  • Leibliche Mütter, resp. Väter sind mit ihrer Vergangenheit konfrontiert
  • (Halb)-Geschwister hören zum ersten mal voneinander
  • Adoptionseltern sind sich der Loyalität ihres an Kindes statt genommenem Kindes nicht mehr sicher und befürchten es an die leibliche Mutter zu verlieren
  • Eine Ablehnung muss respektiert werden. Heute ein NEIN kann morgen ein JA sein.


Professionelle Suchdienste

Nicht zu vergessen:

Suchdienste sind an Vorschriften und Gesetze gebunden.  Wie etwa das Amtsgeheimnis. Was eine Vermittlung noch heute verhindern kann. 

Für Betroffene schwer nachvollziehbar. So ist es für Betroffene nicht nachvollziehbar wen eine Seite der Beteiligten dem Kennenlernen nicht zustimmt.

Was zeichnet eine gute Suchorganisation aus

Eine Gute Suchorganisation nimmt sich Zeit und hört Ihnen zu. Erklärt wie man Vorgeht und bindet Sie auf ihren Wunsch hin, mit ein.

Es ist entscheidend, wie die Akten und die mündlichen Erzählungen aller Betroffenen Personen interpretiert werden.

 

Die Erfahrung zeigt, das Beamte die Akten als dessen darlegen, was darin enthalten ist:

"Liederlich, Unsittlich, Verwahrlost, Arbeitsscheu und/oder Trinker", wurden z. B. leibliche Eltern betitelt.

Längst wissen wir dass die Realität anders aussieht.  

 

Die Kantone bezeichnen gemäss Art. 268c Abs. 3 ZGB eine geeignete Stelle, an die Suchende sich richten können.

Adressliste der zuständigen Behörden und Auskunftsstellen in den Kantonen


Aktualisiert am 5. Juni 2017